414
8 Test
• Der Test eingebetteter Systeme in ihrer echten Umgebung kann gefährlich sein.
So kann der Test von Steuerungssoftware eines Kernkraftwerks eine Quelle ernsthafter, weitreichender Probleme sein.
Vorbereitungen für Tests sollten nicht später als zum Ende der Entwurfsphase erfolgen. Vorzugsweise sollte die notwendige Unterstützung für das Testen bereits früher
berücksichtigt werden, verknüpft mit dem Entwurfsprozess und unter Verwendung
der Testbarkeit als ein Zielkriterium bei der Bewertung von Entwürfen. Um Kapitel 5
nicht zu überfrachten, haben wir dennoch alle mit dem Testen zusammenhängenden
Aspekte in diesem Kapitel zusammengefasst. Wir stellen den Test hier als Schritt am
Ende des Entwurfsprozesses dar (siehe Abb. 8.1), obwohl es ratsam wäre, ihn früher
während eines realen Entwurfs in Betracht zu ziehen. Eine frühe Berücksichtigung
von Tests ist allerdings nicht immer gängige Praxis, daher könnte Abb. 8.1 auch
einem tatsächlichen Entwurfsprozess entsprechen.
Bewertung & Validierung
Entwurfsdatenbank
Spezifikation
Test
Optimierung
wissen
Systemsoftware
Entwurf
Abbildung von
Anwendungen
HW-Komponenten
Anwendungs(RTOS, ...)
Abb. 8.1 Entwurfsfluss mit abschließendem Test
Bei Tests bezeichnen wir das im Entwurf befindliche System als zu testendes
System oder Gerät im Test (engl. Device Under Test (DUT)). Das DUT wird einer
Menge speziell ausgewählter Eingabemuster, sogenannter Testmuster, als Eingabe
unterworfen, sein Verhalten wird dann analysiert und mit dem erwarteten Verhalten verglichen. Testmuster werden meist auf das reale, bereits gefertigte System
angewendet. Testen beinhaltet eine Anzahl unterschiedlicher Aktionen:
1. Testmustererzeugung,
2. Testmusteranwendung,
3. Überwachung der Antwort und
4. Vergleich der Ergebnisse
Précédent

- 431/485

Suivant